Konzept Nationalparkschule Eifel

Die Astrid-Lindgren-Schule ist seit Jahren von der Stiftung Schule Nationalpark Eifel als Nationalparkschule zertifiziert.

Auch in diesem Jahr (2017) dürfen wir die Zertifizierung zur Nationalparkschule wieder in Empfang nehmen! 

Als  „ Nationalpark Eifel Schule“ möchten wir unseren Schülern die Möglichkeit bieten, sowohl im Unterricht als auch an verschiedenen außerschulischen Lernorten dem Thema Wildnis und Nachhaltigkeit zu begegnen. Ziel ist die fächer-übergreifende und regelmäßig wiederkehrende Aufbereitung der Nationalparkthematik für unsere Schülerschaft.

Den Kontakt mit der belebten und unbelebten Natur mit allen Sinnen, für einen verständnisvolleren Umgang mit und innerhalb unserer Umwelt, haben wir uns zur Aufgabe gemacht.

Gegen Ende des Schuljahres 2016/2017 arbeiten wir daran, für zwei Projektklassen einen monatlichen  Nationalpark-Tag zu realisieren.

Und seit 2018 leben wir unser neues Nationalpark Eifel Konzept!

In regelmäßigen Abständen möchten wir (Zwei Projektklassen der Jahrgänge 1 und 2) ganztägig die nahe gelegene Eifel in allen ihren Facetten besser kennen lernen, erkunden und uns in der Natur bewegen und die Flora und Fauna erforschen.

Zudem werden wir verschiedenste Aktivitäten rund um den Rursee starten, z.B. Kanutouren durchführen, ihn mit selbstgebauten Flößen befahren und in den Waldgebieten Survivaltipps von erfahrenen Guides kennen lernen.

Diese Aktivitäten in der Natur stellen in einem ersten Schritt das Naturerleben an sich (Personenorientierter Bereich) in den Vordergrund, currucuare Inhalte (z. B. aus dem biologischen und erdkundlichen Bereich des Sachunterrichts) stehen in diesem ersten Schritt noch nicht im Vordergrund, werden aber mit einbezogen und vor- und naachbereitend im Sachunterricht beider Klassen thematisiert (siehe Foto).

Das Naturerleben an sich werten wir aus sonderpädagogischer Sicht bereits als sehr wertvoll; SuS bekommen hier in der unberührten Natur des Nationalsparks die Möglichkeit, zur Ruhe zur kommen, zu entspannen, die Gedanken frei schweifen zu lassen, Picknicks im Wald zu genießen, die Geräuschkulisse auf sich wirken zu lassen und bewusst wahrnehmen zu können, es steht somit auch und vor allem die Förderung einer positiven emotionalen Beziehung zur Natur im Vordergrund, von der wiederum wir uns positive Entwicklungen für das Ich, bzw. die individuelle Persönlichkeitsentwicklung versprechen, die wir für unsere Schülerschaft als überaus wertvoll betrachten. Sandra Wucherer führt in Ihrem Artikel über die Naturerlebnispädagogik viele Aspekte, Kompetenzsperspektiven und Ziele aus (siehe Literaturnachweis Wucherer 2003).

„Wir müssen heute von einer noch weitgehend bestehenden Trennung von Mensch und Natur

ausgehen. Die meisten Menschen sind sich ihrer Zugehörigkeit zur „Umwelt“ nicht bewusst, sondern

leben entgegen ihrer naturgemäßen Bedürfnisse. An dieser Stelle setzt Naturerlebnis-Pädagogik an,

indem sie ein Bewußtsein für die Verbundenheit des Menschen mit der Natur schafft(…)“ (Wucherer

2003, S. 2).

Im zweiten Schritt (fachdidaktisch-curricularer Bereich) wird der Unterricht, konkret der Sachunterricht, vor- und nachbereitend auf die Projekttage in der Eifel gestaltet und die Projekt-Tage an sich beinhalten nach und nach mehr Anteile von Unterrichtssequenzen vor Ort, von spielerisch-entdeckenden Phasen bis hin zum Exkursionscharakter mit systeatisch vorbereiteten Lernsettings in der Natur (z. B. dem Entdecken des Mikrosystems umgefallener Baum und dem Aufspüren der vielen Lebenwesen in diesem Kleinstbiotop). Die Biologielehrerin Katinka Bier hält hier viele Lernsequenzen bereit (und entwickelt sie stetig weiter) und bringt viele eigene fachliche Erfahrungen (wie z. B. das Betreiben eines Bienenstocks samt Honigproduktion) in das Projekt mit ein. Handlungsleitend kann das Verständnis Bahrs im Sinne einer Umweltbildung verstanden werden.

Als dritten Schritt werden wir Erlebnispädagogische Angebote in die Projekttage einbeziehen und auch ein- und mehrtägige Schulfahrten in die Eifel unternehmen. Dieser Bereich ergänzt unsere Projektskizze um systemtische Kompetenzzuwächse im förderschwerpunktspezifischen Bereich der Emotionalen und sozialen Entwicklung. Die Erlebnispädagogischen Aktivitäten richten den Blick auf Kompetenzzuwachs in den Bereichen des Sozialverhaltens und der Emotionalität und sollen u. a. den Zusammenhalt im Klassenverband positiv bereichern, individuelle und gemeinschaftliche Erfolgserlebnisse ermöglichen, eigene Grenzen erweitern („über sich hinaus Wachsen“ beim Floßbauen und der anschließenden Fahrt auf dem Rursee) und so den Ressourcentank unserer Schülerinnen und Schüler auffüllen.

In diesem Feld versuchen wir uns an den Kriterien einer Humanökologischen Erlebnispädgogik zu orientieren, wie sie Birnthaler 2010 in seiner Dissertation an der Universität zu Köln aufzeigt (S. 206ff), sprich wir inszenieren keine „Events“ nach dem Motto „kick and fun“, sondern legen großen Wert auf eine Erlebnispädagogik als Instrument zur Persönlichkeitsbildung, auf ein Sensibilisieren und Aktivieren von seelischen Kräften und betten alle Erlebnisse in einen sinnstifftenden Kontext ein.

Für dieses Projekt kooperieren wir eng mit unseren außerschulischen Partnern, zu nennen wären insbesondere

Förderverein Nationalpark Eifel

Jugendherberge Monschau Hargard (auch dank des tollen Aktivitätenanngebotes)

Jugendherberge Simmerrath-Rurberg (ebenfalls mit einem tollen Aktivitätenangebot)

Unser größter Danke gilt unseren Förderern!

Ab dem Schuljahr 2017/2018 können wir tatsächlich (aufgrund einer sehr großzügigen Unterstützung von Menschen helfen Menschen) mit dem Projekt „Eifeltag“ starten: Die Klassen der Schuleingangsstufen „Mios“ und „Bullerbü“ werden in regelmäßigen Abständen jeweils ganze Tage, Schulfahrten und zu jeder Jahreszeit in der Eifel verbringen. Teilweise werden erfahrene Eifel-Guides spezielle (biologische und erlebnispädagogische) Angebote durchführen, teilweise werden die Klassen rund um den Rursee und Monschau die Natur erkunden und genießen! Beherbergt und verpflegt werden wir hierbei regelmäßig von Jugendherbergen Monschau Hargrd und Rurberg.
Ausserdem möchten wir uns bei der ebenso großzügigen finanziellen Unterstützung der Sparkasse bedanken! Ohne diese beiden Förderer könnte unser Förderverein diese umfangreichen Projekte nicht für die Schule realisieren!

Die Eifel liegt vor unserer Haustür und als Nationalparkschule wir möchten sie in unsere Bildungs- und Erziehungsarbeit aktiv einbeziehen!

Ansprechpartnerin für das Projekt Nationalparkschule Eifel ist für Sie gerne Katinka Bier (Lehrerin für Sonderpädagogik, Fach Biologie).

Literaturnachweis:

Wucherer, Sandra: Naturerlebnispädagogik, 2003, PDF