LUBO – systematischen Kompetenzuwachs ermöglichen

Unsere Schülerschaft benötigt als Eintrittskarte lediglich die Feststellung, dass das Regelschulsystem unter Berücksichtigung der personellen und sonstigen Ressourcen nicht in der Lage schien, die Schülerinnen und Schüler unter den existierenden Bedingungen so zu unterrichten, dass sowohl sie selbst in Lernprozesse eintreten können als auch die MitschülerInnen nicht am Lernen gehindert werden.

Auch in Zeiten von „Inklusion“ wird aus unserer Sicht leider nicht die Kontextspezifizität des individuell gezeigten (und als problematisch erachteten) Verhaltens in den Vordergrund gestellt (dann könnte noch viel mehr gefragt werden, WIE die Schule sich verändern müsste, um alle Schülerinnen und Schüler mit individuellen besonderen Unterstützungsbedarfen unterrichten zu können), sondern die „Verursacherproblematik“ wird den auffälligen Schülerinnen und Schülern zugeschrieben, die nun unsere Schule besuchen können, wenn ihre Eltern es sich wünschen.

Was machen wir denn anders?  Zunächst einmal ist unser Blick weniger auf das gerichtet, was nicht funktioniert, störend ist oder „weg muss“, sondern wir akzeptieren unsere Schülerschaft schlicht so, wie sie ist. Denn sie sind auch „unfunktionierend“, „problematisch“ und „auffällig“ wertvoll und haben unserer Überzeugung nach auch Lust auf positive Veränderungen! Diese setzen wir allerdings nicht, sondern treten in dialogische Prozesse von Veränderungsbereitschaft hin zu Veränderungswüschen und -zielen ein.

So bauen wir verschiedenste, auch sehr ungewöhnliche (Lern-) Wege, um nach und nach individuelle Kompetenzen  (wenn auch nur schwach ausgeprägt oder teilweise noch verschüttet erscheinend) aufzubauen und somit Stück für Stück auch Lernerfolge (wieder) zu ermöglichen.

Wir versuchen unsere Schülerschaft aufzuschließen für Lernprozesse.

Neben kompetenzorientiertem Unterricht, in dem wir individuelle Lernbarrieren von Schülerinnen und Schüler analysieren und zu kompensieren versuchen, möchten wir unser pädagogisches Wirken zukünftig um zusätzliche sonderpädagogische Qualität erweitern.

Hier erachten wir evidenzbasierte Trainingsprogramme als wunderbare Instrumente, um systematisch (und präventiv) Kompetenzzuwachs in den Bereichen des Emotionswissens, der Emotions- und Handlungsregulation und der Selbstwahrnehmung zu ermöglichen. Hier finden sich einige Ausführungen und Fakten zum Vorteil von (früher) Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen.

In der Schuleinangsphase arbeiten wir hierzu mit dem Programm „LUBO aus dem ALL“,
welches vom Lehrstuhl für Emotionale und soziale Entwicklung der Universität zu Köln entwickelt wurde, um genau die o. g. Bereiche in Schulunterricht integrieren und umsetzen zu können. Derzeit führt unsere Kollegin Linda Schmalen das LUBO Training in den Klassen 1 und 2 durch. Auf seine Evidenz hin wurde das Training von Sonja Hens hin positiv wissenschaftlich geprüft. Durch das Training stellen wir sicher, dass eine fundierte Basis an Kompetenzen im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung ausgebildet werden kann, sodass unsere Schülerinnen und Schüler in Klasse 3 und 4 und im Idealfall auch außerhalb des Kontextes Schule auf dieses Können  aufbauen und zurückgreifen können.

Und ganz nebenbei macht die Arbeit mit LUBO nicht nur den Schülerinnen und Schülern Spaß:)

Derzeit machen wir uns auf den Weg, Ressourcen und Kompetenzzuwächse aber auch mögliche Risikobereiche oder besondere Vulnerabilitäten neben der individuellen Förderplanung und -diagnostik und durch Teamgespräche zusätzlich durch diagnostische Tests und/oder Screening Verfahren zu erweitern (z. B. durch den Einsatz von FEES und der LSL/SSL).

Diese Ergebnisse können uns wiederum helfen, zielgenauer in den dialogischen Prozess von Veränderungseinstellung und Veränderung von Verhalten mit unseren Schülerinnen und Schülern und deren Eltern einzutreten.

Stand des Textes: 01/2018